„Dirty Profits“: Deutsche Banken und Rüstungsgeschäfte

Hamburg, 15.08.2018. In der aktuellen Studie „Unser Geld für Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete“ , stellen die beiden NGO´s urgewald und Facing Finance detailliert dar, welche Banken in Deutschland vom Geschäft mit Rüstungsexporten profitieren.logo urgewald

Dabei zeigen sie u.a. auf, in welchem Ausmaß die einzelnen Banken in den letzten Jahren Kredite an Rüstungskonzerne vergaben und welches Anlagevolumen in Anleihen solcher Konzerne investiert ist.

Besonders interessant ist die Darstellung der Rüstungs-(export)richtlinien der Banken inklusive einer kurzen Bewertung durch die NGO´s, die der Einfachheit halber mit den Ampelfarben rot-gelb-grün hinterlegt sind.

Insgesamt nennt die Studie von urgewald und Facing Finance die Profiteure der weltweiten Konflikte und Kriege. Sie zeigt aber auch, welche Banken solche Geschäfte meiden.

Zur Studie gelangen Sie hier.

Allemal lesenswert!

Ihr Andreas Enke

Nachhaltigkeit lohnt sich auch an der Börse! Ein Beweis

Stellen Sie sich folgendes Experiment vor:

die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX werden nicht nach ihrer Börsenkapitalisierung gewichtet, sondern danach, wie nachhaltig ihre Unternehmenspolitik während der letzten 10 Jahren war. Dabei werden alle zwei Jahre die Werte von unabhängigen Experten neu ermittelt. Es entsteht der „Good Company Ranking-Index„. Die „Nachhaltigen“ sind hier also wesentlich stärker gewichtet, unabhängig von ihrer Börsenkapitalisierung: die „Guten“ nach vorne; die „Schlechten“ nach hinten.

Das Ergebnis:
Der “Good Company Ranking-Index“ zeigt eine deutlich bessere Performance als der Deutsche Aktienindex DAX.

Nachhaltig agierende Unternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt besser entwickelt als der Leitindex des deutschen Aktienmarktes. Dies haben wir von GENEON Vermögensmanagement und die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult durch einen eigenentwickelten „Good Company Ranking-Index“ (GCR-Index) bewiesen.

Überrendite von 40,0 Prozentpunkten

In den letzten zehn Jahren hätte ein hypothetischer, nach dem Scoring des Good Company Ranking gewichteter Index deutlich besser abgeschnitten als der DAX. Während der DAX über die vergangene Dekade von Oktober 2007 bis Mai 2018 um 61,3 Prozent gestiegen ist, kommt der GCR-Index auf ein Plus von 101,3 Prozent, also eine Überrendite von 40,0 Prozentpunkten.
Die Outperformance zeigt sich auch für einen 3-Jahres- und 5-Jahres-Zeitraum mit einer Outperformance von 5,8 bzw. 13,0 Prozentpunkten.Grafik GCR und Dax

Der GCR-Index basiert auf dem Good Company Ranking, das von Kirchhoff Consult im Jahr 2005 initiiert wurde und Europas größter unabhängiger Wettbewerb für unternehmerische Nachhaltigkeit ist. Auf Basis öffentlich verfügbarer Daten beurteilt eine Jury aus renommierten Wissenschaftlern die Unternehmensleistung in den Bereichen Mitarbeiter, Gesellschaft, Umwelt sowie Financial Integrity. „Die Aktienkurse nachhaltig agierender Unternehmen entwickeln sich im Durchschnitt besser. Das ist schon immer meine Überzeugung und ich freue mich daher, dass diese Outperformance nun auch auf Basis der Ergebnisse des Good Company Rankings gezeigt werden konnte“, so Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG.

Anleger, die Unternehmen bevorzugen, die über ein exzellentes ESG-Rating verfügen und solche meiden, die das Thema noch immer nicht ernst nehmen, sind nachweisbar erfolgreicher. Es reicht schon, wenn man im allseits bekannten DAX die „Guten“ bevorzugt.

Es kann so einfach sein.

Für die, die es gerne genauer lesen möchten: hier kommen Sie zu der vollständigen Pressmitteilung, die auch genauer auf die Berechnungsmethodik und die Ergebnisse eingeht. Hier geht es zu anderen Pressestimmen.

Andreas Enke

Die Vielfalt ethischer Investments und Anlagestrategien

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Bewusstseinsbildung zu ethisch-nachhaltigen Geldanlagen, Engagement und wissenschaftliche Begleitforschung

Vortrag und Diskussion

Referentin: Gesa Vögele, Mitglied der Geschäftsführung von CRIC e.V.

am Montag, den 18. Juni 2018 um 18 Uhr
bei Hildegard Lüning
Heilholtkamp 60, 22297 Hamburg

Ich nehme teil:

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Nachbericht zur Veranstaltung „Wie nachhaltig und fair kann ein Fußballverein sein? – Die Fortuna-DNA“

Mit gut 20 Teilnehmern war der Vortrag von und die Diskussion mit Tom Koster, CSR-Verantwortlicher bei Fortuna DüsseldorfIMG_0902 am 1. Juni 2018 in der Düsseldorfer Arena gut besucht.

Teilnehmer Konrad Buck hat aus seinen Notizen einen kleinen Bericht auf seinem Blog verfasst.

Darin listet er eine Auswahl von CSR-Projekten auf, die bereits in der Umsetzung und in der Planung sind:

  • Spiel-Moderation für Blinde: u.a. der Kabarettist Dieter Nuhr, der Hörfunkmoderator Manfred (Manni) Breuckmann oder der Bildhauer, Kommunikationsdesigner und Karnevalswagenbau-Künstler Jacques Tilly. Hierfür sind im Unterrang ca. 15 Plätze reserviert und eine Moderatorenanlage installiert.
  • Blinde und Sehbehinderte erhalten Headsets, über die sie die Moderation verfolgen. Dies erfolt exklusiv in der Arena.
  • Ganzheitliche Unterstützung für Geflüchtete: Sport, Sprache und Integration – nicht nur für Männer! Derzeit 15-20 TeilnehmerInnen pro Kurs; zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung DKJS, dem Partnerverein SG Benrath-Hassels und der Düsseldorfer Flüchtlings-Initative STAY!
  • Qualitätssicherung beim Merchandising: Artikel, die unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt werden, kommen nicht mehr ins Angebot.
  • Trinkwasser für alle Mitarbeiter: Grohe Blue statt Plastikflaschen, mit Karaffen und Gläsern.
  • Fuhrpark in Zukunft mit Schwerpunkt e-Mobilität, Autosponsor ist derzeit P&A.
    Kooperation mit der Zukunftswerkstatt Düsseldorf: Rad vor dem Spiel abgeben, nach dem Spiel ist es überholt oder repariert. – Insgesamt mehr Radpark-Plätze.

Vollständiger Bericht von Konrad Buck

Die Fortuna-DNA oder wie nachhaltig und fair kann ein Fußballverein heute sein?

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+++ A U S V E R K A U F T +++

 

Wie nachhaltig und fair kann ein Fußballverein heute sein? – Die Fortuna-DNA

am Freitag, den 1. Juni 2018 um 16 Uhr
im Showroom der ESPRIT arena,
Arena-Straße 1, 40474 Düsseldorf,
Treppenhaus K 6, 2. Etage.

Referent: Tom Koster, Leiter Nachhaltigkeit & CSR bei Fortuna Düsseldorf

+++ A U S V E R K A U F T +++

 

Vortrag im Rahmen des Workshops „Global Nachhaltige Kommune Schleswig-Holstein“ über ethisch-nachhaltige Kapitalanlagen

Am 14.03.2018 ergab sich die Möglichkeit, vor Verantwortlichen der Kommunen Schleswig-Holsteins über die Einführung von zusätzlichen ethisch-nachhaltigen Anlagekriterien in der Kapitalanlage von öffentlichen Einrichtungen reden zu können.

Sie können im Anschluss die entsprechenden Passagen der Zusammenfassung des Workshops, die unserer Thema betreffen, lesen oder den ganzen Vortrag mit wesentlich genaueren Informationen hier

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Allianz steigt aus der Kohle aus. Bis 2040 …

Spiegel-Online verkündete gestern: Allianz steigt komplett aus der Kohle aus.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein!

Fakt ist, der Versicherungskonzern hat in seiner gestrigen Pressemitteilung bekannt gegeben, ab sofort keine Kohlekraftwerke und kohleproduzierenden Bergbaubetriebe mehr zu versichern. Das betrifft zunächst einmal alle neuen Verträge bzw. Vertragsverlängerungen. Die bereits bestehenden Versicherungen sollen sukzessive bis 2040 auslaufen. Das erklärte Ziel des Allianz-Konzerns ist, in den kommenden 22 Jahren die Kohlerisiken im Versicherungsgeschäft vollständig auf Null zu fahren.

Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht. Beim zweiten Hinschauen fällt auf, dass das Statement sich nur auf Anlagen bezieht, die ausschließlich auf Kohlebasis arbeiten. Das relativiert die erste Begeisterung für die Pläne der Allianz. Auch wenn sich die Ausnahmen auf Anlagen beziehen, die Kohleverbrennung nur zum Abfangen von Spitzen nutzen: Ein tatsächlicher Verzicht auf Kohle ist das leider nicht.

Unbefriedigend ist zudem der lange Zeitkorridor für das Fortbestehen der Versicherungen im Kohlesektor. Zwar sind die wirtschaftlichen, organisatorischen auch vertraglichen Verbindlichkeiten eine Herausforderung, und Veränderungen sind weder einfach noch von heute auf morgen durchsetzbar. Deshalb bleibt zu hoffen, dass die von der Allianz angestrebte Strategie greift: mit den Industriepartnern „zusammenarbeiten, um angemessene Lösungen zu finden, die einen gemeinsamen Weg in eine klimafreundliche Wirtschaft ermöglichen.” Das klingt zunächst einmal nach einer besseren Alternative, als einem weiteren Versicherer das Feld zu überlassen, dem die Klimaziele von Paris egal sind.

Eine erfreuliche Initiative

Allein auf politischem Wege ohne die Unterstützung der Wirtschaft sind die Klimaziele von Paris nicht realisierbar. Das Erfreuliche an der gestrigen Pressemitteilung ist: der Druck auf die Energieproduzenten und Anlagenausstatter wird diesmal direkt aus der Finanzwirtschaft aufgebaut. Wenn Investitionsgeber für Kohleprojekte ausfallen, ist damit zu rechnen, dass die Finanzierungskosten steigen und im Idealfall unrentabel werden. Insofern ist die Entscheidung zu begrüßen, dass die Allianz mit sofortiger Wirkung auf Investitionen verzichtet, die in Energieunternehmen fließen, „die durch den umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Zwei-Grad-Ziel gefährden.“

Ein Versicherungskonzern, der sich Nachhaltigkeit in die Strategie geschrieben hat, muss diese auch im täglichen Geschäft widerspiegeln. Reine Lippenbekenntnisse sind wenig hilfreich. Mitarbeiter brauchen eine klare Orientierung, damit die Ziele umsetzbar erscheinen. Daher ist die Entscheidung, im Bereich der von der Allianz finanzierten Emittenten den Schwellenwert des Umsatzes durch Kohle von aktuell 30% auf 0% zu reduzieren, die einzig richtige und logische.

Die Allianz hat sich ins Aufgabenheft geschrieben, noch in diesem Jahr einen detaillierten Plan für den Kohleausstieg vorzulegen. Wir sind gespannt! Die positive Resonanz auf die gestern verkündeten Nachrichten wird sicherlich mit einfließen. Bleibt zu hoffen, dass in München auch gehört und verstanden wird, dass der bislang genannte Zeitrahmen für Umsetzung der Ziele bis 2040 viele engagierte Klimaschützer enttäuscht.

Wenn der Allianz-Konzern als ein echter Pionier wahrgenommen werden will, dulden Klimaziele keinen langen Aufschub. Daher gehören die bislang geplanten Übergangsfristen von 22 Jahren deutlich verkürzt.