Handelskammer Hamburg setzt bei der Vermögensanlage auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Neue Anlagerichtlinien für das Pensionsvermögen gelten spätestens ab 1. Januar 2020

Es gibt interessante Neuigkeiten aus dem Bereich der Nachhaltigen Geldanlage!
Nach einem längerem Prozess, der mit dem Divestment der Geldanlagen der Kammer aus Kohle im April 2018 begann und nun ein Jahr später vollendet wurde, führt die Handelskammer nun auch ethische Anlagegrundsätze für ihre Vermögensanlagen ein. Diese werden spätesten ab dem 01. Januar 2020 in Kraft treten.hk logo

(Hier geht es zur Pressemitteilung der Handelskammer Hamburg vom 16.05.2019)

Laut der neuen Richtlinie sind nun Wertpapiere vom Erwerb ausgeschlossen, wenn deutliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass für den Emittenten einer oder mehrere der nachfolgenden Tatbestände vorliegen:

  • Eindeutige Verstöße gegen die in den Prinzipien des UN Global Compact niedergelegten Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung,
  • Herstellung kontroverser Waffen (Streubomben, Landminen, ABC-Waffen),
  • Herstellung konventioneller Waffen, falls der Umsatz aus diesen Geschäften 5% vom Gesamtumsatz des Emittenten überschreitet,
  • Betrieb von Kernkraftwerken oder Herstellung wesentlicher Komponenten, falls der Umsatz aus diesen Geschäften 5% vom Gesamtumsatz des Emittenten überschreitet.
  • Das Divestment aus Kohle bleibt bestehen.

Persönlich freuen wir uns sehr über diesen gar nicht so kleinen Erfolg, denn der Beschluss dieser Institution kann als gutes Beispiel für andere Kammern und öffentliche Einrichtungen mit Anlagevermögen dienen.

Die Prüfung, wie Unternehmen mit den globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel umgehen oder ob die Geschäftspraktiken den Mindestanforderungen an verantwortungsvolle Unternehmensführung genügen, wird mit Einführung der neuen Richtlinien nun fester Bestandteil des Investitionsprozesses!

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit! Jetzt auch (bald) Realität!

Andreas Enke

"Dirty Profits": Deutsche Banken und Rüstungsgeschäfte

Hamburg, 15.08.2018. In der aktuellen Studie „Unser Geld für Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete“ , stellen die beiden NGO´s urgewald und Facing Finance detailliert dar, welche Banken in Deutschland vom Geschäft mit Rüstungsexporten profitieren.logo urgewald

Dabei zeigen sie u.a. auf, in welchem Ausmaß die einzelnen Banken in den letzten Jahren Kredite an Rüstungskonzerne vergaben und welches Anlagevolumen in Anleihen solcher Konzerne investiert ist.

Besonders interessant ist die Darstellung der Rüstungs-(export)richtlinien der Banken inklusive einer kurzen Bewertung durch die NGO´s, die der Einfachheit halber mit den Ampelfarben rot-gelb-grün hinterlegt sind.

Insgesamt nennt die Studie von urgewald und Facing Finance die Profiteure der weltweiten Konflikte und Kriege. Sie zeigt aber auch, welche Banken solche Geschäfte meiden.

Zur Studie gelangen Sie hier.

Allemal lesenswert!

Ihr Andreas Enke

Nachhaltigkeit lohnt sich auch an der Börse! Ein Beweis

Stellen Sie sich folgendes Experiment vor:

die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX werden nicht nach ihrer Börsenkapitalisierung gewichtet, sondern danach, wie nachhaltig ihre Unternehmenspolitik während der letzten 10 Jahren war. Dabei werden alle zwei Jahre die Werte von unabhängigen Experten neu ermittelt. Es entsteht der „Good Company Ranking-Index„. Die „Nachhaltigen“ sind hier also wesentlich stärker gewichtet, unabhängig von ihrer Börsenkapitalisierung: die „Guten“ nach vorne; die „Schlechten“ nach hinten.

Das Ergebnis:
Der “Good Company Ranking-Index“ zeigt eine deutlich bessere Performance als der Deutsche Aktienindex DAX.

Nachhaltig agierende Unternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt besser entwickelt als der Leitindex des deutschen Aktienmarktes. Dies haben wir von GENEON Vermögensmanagement und die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult durch einen eigenentwickelten „Good Company Ranking-Index“ (GCR-Index) bewiesen.

Überrendite von 40,0 Prozentpunkten

In den letzten zehn Jahren hätte ein hypothetischer, nach dem Scoring des Good Company Ranking gewichteter Index deutlich besser abgeschnitten als der DAX. Während der DAX über die vergangene Dekade von Oktober 2007 bis Mai 2018 um 61,3 Prozent gestiegen ist, kommt der GCR-Index auf ein Plus von 101,3 Prozent, also eine Überrendite von 40,0 Prozentpunkten.
Die Outperformance zeigt sich auch für einen 3-Jahres- und 5-Jahres-Zeitraum mit einer Outperformance von 5,8 bzw. 13,0 Prozentpunkten.Grafik GCR und Dax

Der GCR-Index basiert auf dem Good Company Ranking, das von Kirchhoff Consult im Jahr 2005 initiiert wurde und Europas größter unabhängiger Wettbewerb für unternehmerische Nachhaltigkeit ist. Auf Basis öffentlich verfügbarer Daten beurteilt eine Jury aus renommierten Wissenschaftlern die Unternehmensleistung in den Bereichen Mitarbeiter, Gesellschaft, Umwelt sowie Financial Integrity. „Die Aktienkurse nachhaltig agierender Unternehmen entwickeln sich im Durchschnitt besser. Das ist schon immer meine Überzeugung und ich freue mich daher, dass diese Outperformance nun auch auf Basis der Ergebnisse des Good Company Rankings gezeigt werden konnte“, so Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG.

Anleger, die Unternehmen bevorzugen, die über ein exzellentes ESG-Rating verfügen und solche meiden, die das Thema noch immer nicht ernst nehmen, sind nachweisbar erfolgreicher. Es reicht schon, wenn man im allseits bekannten DAX die „Guten“ bevorzugt.

Es kann so einfach sein.

Für die, die es gerne genauer lesen möchten: hier kommen Sie zu der vollständigen Pressmitteilung, die auch genauer auf die Berechnungsmethodik und die Ergebnisse eingeht. Hier geht es zu anderen Pressestimmen.

Andreas Enke

Vortrag im Rahmen des Workshops „Global Nachhaltige Kommune Schleswig-Holstein“ über ethisch-nachhaltige Kapitalanlagen

Am 14.03.2018 ergab sich die Möglichkeit, vor Verantwortlichen der Kommunen Schleswig-Holsteins über die Einführung von zusätzlichen ethisch-nachhaltigen Anlagekriterien in der Kapitalanlage von öffentlichen Einrichtungen reden zu können.

Sie können im Anschluss die entsprechenden Passagen der Zusammenfassung des Workshops, die unserer Thema betreffen, lesen oder den ganzen Vortrag mit wesentlich genaueren Informationen hier
Weiterlesen

Neues aus dem Bereich der Green Bonds

Trenitalia_ETR610_4A_Venezia_SL

Unter der Überschrift „Neues aus dem Bereich der Green Bonds“ möchte ich in regelmäßigen Abständen etwas über diese speziellen Anleihen erzählen oder erzählen lassen. Der Blog stellt keine Kaufempfehlung und keine Anlageberatung dar. Er hat vielmehr das Ziel, den Leser dieses interessante, aber noch unbekannte Segment der Wertpapiere näher zu bringen.
Denn hier werden konkrete, meist ökölogische Projekte finanziert.

Dieses Mal möchte ich Dr. Stefan Klotz, Fondsmanager des  „Green Bonds Impact Fonds“ zitieren:

„Madrid oder Mailand? Hauptsache: Italien!“

Mit Andreas Möllers Satz für die Ewigkeit kommen wir zu unserem Thema des Monats. Die italienische Staatseisenbahn FS (gesprochen „Effe Esse“) hat nämlich ihren ersten Green Bond aufgelegt und war auch damit schneller als die Deutsche Bahn. Hierzulande denkt man bei italienischen Zügen eher an schnaufende Museumsstücke und an Fahrpläne, die nur zur Folklore ausgehängt werden. Doch der „Rote Pfeil“ (für Zugliebhaber ganz genau: der ETR 1000, liebevoll „Frecciarossa“ genannt) zwischen Mailand und Rom ist derzeit der schnellste Zug Europas!

„Hauptsache Italien!“ Herr Möller hatte es wohl geahnt!

Erfreulich: auch die grüne Premieren-Anleihe macht einen schicken Eindruck, und das keineswegs nur auf den ersten Blick. Der Green Bond soll neben neuen Regionalzügen auch zusätzliche Exemplare eben jenes roten Hochgeschwindigkeitspfeils finanzieren, der seit 2016 komfortablere und schnellere Mobilität mit hohen Umweltansprüchen auf die Schienen bringt, mit neuen Lösungen für Energieeffizienz, umweltschonenden Materialien und durchdachtem Recycling. kanne

Zugegeben: Der „Rote Pfeil“ verbraucht aufgrund seiner deutlich höheren Geschwindigkeit etwa 30% mehr Energie als sein Vorgänger. Doch wir folgen der Argumentation der FS, dass die Schnelligkeit den entscheidenden Faktor darstellt, um den Schienenverkehr über die derzeitigen 5% Marktanteil zu heben und im Passagierverkehr relevanter werden zu lassen.

Konkret: Ein Hochgeschwindigkeitszug ist ökologisch immer noch deutlich besser als ein Automobil der Oberklasse mit Verbrennungsmotor.

Weiterlesen