Neues aus dem Bereich der Green Bonds

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Unter der Überschrift „Neues aus dem Bereich der Green Bonds“ möchte ich in regelmäßigen Abständen etwas über diese speziellen Anleihen erzählen oder erzählen lassen. Der Blog stellt keine Kaufempfehlung und keine Anlageberatung dar. Er hat vielmehr das Ziel, den Leser dieses interessante, aber noch unbekannte Segment der Wertpapiere näher zu bringen.
Denn hier werden konkrete, meist ökölogische Projekte finanziert.

Dieses Mal möchte ich Dr. Stefan Klotz, Fondsmanager des  „Green Bonds Impact Fonds“ zitieren:

„Madrid oder Mailand? Hauptsache: Italien!“

Mit Andreas Möllers Satz für die Ewigkeit kommen wir zu unserem Thema des Monats. Die italienische Staatseisenbahn FS (gesprochen „Effe Esse“) hat nämlich ihren ersten Green Bond aufgelegt und war auch damit schneller als die Deutsche Bahn. Hierzulande denkt man bei italienischen Zügen eher an schnaufende Museumsstücke und an Fahrpläne, die nur zur Folklore ausgehängt werden. Doch der „Rote Pfeil“ (für Zugliebhaber ganz genau: der ETR 1000, liebevoll „Frecciarossa“ genannt) zwischen Mailand und Rom ist derzeit der schnellste Zug Europas!

„Hauptsache Italien!“ Herr Möller hatte es wohl geahnt!

Erfreulich: auch die grüne Premieren-Anleihe macht einen schicken Eindruck, und das keineswegs nur auf den ersten Blick. Der Green Bond soll neben neuen Regionalzügen auch zusätzliche Exemplare eben jenes roten Hochgeschwindigkeitspfeils finanzieren, der seit 2016 komfortablere und schnellere Mobilität mit hohen Umweltansprüchen auf die Schienen bringt, mit neuen Lösungen für Energieeffizienz, umweltschonenden Materialien und durchdachtem Recycling. kanne

Zugegeben: Der „Rote Pfeil“ verbraucht aufgrund seiner deutlich höheren Geschwindigkeit etwa 30% mehr Energie als sein Vorgänger. Doch wir folgen der Argumentation der FS, dass die Schnelligkeit den entscheidenden Faktor darstellt, um den Schienenverkehr über die derzeitigen 5% Marktanteil zu heben und im Passagierverkehr relevanter werden zu lassen.

Konkret: Ein Hochgeschwindigkeitszug ist ökologisch immer noch deutlich besser als ein Automobil der Oberklasse mit Verbrennungsmotor.

Beeindruckt hat uns besonders, dass die FS nicht nur den Umweltvorteil zum Auto thematisieren und in ihrem Nachhaltigkeitsreport mehr bieten, als nur über die reduzierte Emission von Kohlendioxid und Stickoxiden sowie die Einsparung von Primärenergie zu berichten.

Vielmehr haben die FS sich alle Mühe gegeben, um sich als Emittent eine hohe Glaubwürdigkeit zu verdienen:

  • Sie haben alle für ein großes Transportunternehmen denkbare Zertifizierungen erhalten.
  • Es gibt ein Nachhaltigkeitskomitee, ein Stakeholder Panel aus gesellschaftlichen Akteuren, darunter Medien, NGOs und wissenschaftlichen Institutionen
  • und sogar ein „Network of Chairwomen“, was im zwar charmanten, aber doch gern chauvinistischen Italien vielleicht besonders bemerkenswert ist.
  • Im Umweltbereich versucht das Unternehmen vor allem, schädliche Auswirkungen im Bereich der Ressourcennutzung sowie der Verschmutzung von Böden und Wasser eindämmen. Dies wird sorgfältig bearbeitet, zieht als Konsequenz auch Umweltschutzklauseln in Aufträgen sämtlicher Unternehmen der Gruppe nach sich und wird mit herausragender Transparenz auf der Webpräsenz nachvollziehbar gemacht.

Einen kleinen Kritikpunkt wirft auf, dass die in einigen Provinzen lebhaften Proteste gegen Neubaustrecken im Framework des Green Bonds überhaupt keine Erwähnung finden.

Doch die positiven Aspekte bewerten wir als weitaus bedeutsamer.

Dr. Stefan Klotz

 

 

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